Sterilisiere ich Flüssigkeiten richtig?

Sterilisiere ich Flüssigkeiten richtig?

Wir besprechen die Sonde „Load Sensed Process Timing“

Bei der Autoklavsterilisation werden Gegenstände auf eine Temperatur erhitzt, bei der jegliches biologisches Material abgetötet oder inaktiviert wird. Um eine erfolgreiche Sterilisation zu gewährleisten, ist es daher unerlässlich, sicherzustellen, dass die Gegenstände in Ihrem Autoklav die erforderliche Temperatur über den vorgeschriebenen Zeitraum hinweg erreicht haben. Nur die Oberfläche fester, undurchlässiger Gegenstände (wie Glaswaren) muss die Sterilisationstemperatur erreichen – dies macht ihre Sterilisation einfach. Flüssigkeiten stellen eine größere Herausforderung dar, da die Wärme den gesamten Flüssigkeitskörper durchdringen muss, wobei alle Teile die Sterilisationstemperatur erreichen müssen.

Die Temperaturmessung im Inneren von Flüssigkeiten ist daher entscheidend, um sicherzustellen, dass die Sterilisationstemperaturen über den erforderlichen Zeitraum erreicht wurden. Es ist möglich, die thermische Masse der Flüssigkeiten im Autoklav zu berechnen und daraus die für die Sterilisation erforderliche Zeit und Temperatur zu ermitteln, wobei zur Sicherheit zusätzliche Sterilisationszeit hinzugefügt wird. Eine wesentlich einfachere und effektivere Methode ist der Einsatz einer Load Sensed Process Timing (LSPT)-Sonde.

LSPT steuert den Sterilisationszyklus mithilfe einer „wandering“-Sonde. Diese Sonde wird in die Charge (oder einen Chargensimulator mit identischen thermischen Eigenschaften) eingeführt und misst deren Innentemperatur, um sicherzustellen, dass die richtige Temperatur in der gesamten Charge erreicht wird. Wenn die Sonde die richtige Temperatur registriert – die über den Astell-Farb-Touchscreen-Controller einfach eingestellt werden kann –, beginnt der Sterilisationsprozess.

Die Sonde kann in einer Vielzahl von Situationen eingesetzt werden. Bei Flüssigkeiten und Medien wird sie üblicherweise direkt in die Substanz eingebracht oder, wenn größere Bedenken hinsichtlich einer Kontamination bestehen, in eine Flasche gleicher Größe mit identischem Wasservolumen. Auch Abfall und Entsorgungsgut können mit der Sonde gemessen werden. Spezielle Entsorgungsbehälter verfügen über ein Sondenfach, das die Temperaturmessung ermöglicht, ohne die Sonde zu verschmutzen.

Bei der Verwendung von LSPT empfiehlt es sich, eine typische Autoklavenbeladung zu entwerfen und zu testen, welcher Teil der Beladung sich am langsamsten erwärmt. Zukünftige Beladungen können dann nach dem gleichen Muster angeordnet werden, wobei die Sonde im Bereich mit der langsamsten Erwärmung platziert wird. Wenn dieser Prozess entworfen und dokumentiert ist, haben Anwender eine größere Sicherheit, dass ihre Beladung nicht nur die richtige Sterilisationstemperatur erreicht, sondern dass sowohl der Aufheiz- als auch der Abkühlprozess nicht länger dauern als nötig.

Um zusätzliche Sicherheit zu gewährleisten, dass die Sterilisationstemperaturen erreicht werden, empfiehlt Astell, Ihren Autoklav zu validieren. Die Validierung umfasst die Prüfung einer typischen Beladung mit bis zu zwölf Temperatursonden und bietet eine größere Sicherheit, dass alle Teile der Beladung die richtige Temperatur erreichen. Diese typische Beladung kann dann für den zukünftigen Einsatz im Autoklav reproduziert werden.

Die lastabhängige Prozesssteuerung (Load Sensed Process Timing, LSPT) ist bei allen Astell-Autoklaven verfügbar. Astell bietet zwar zahlreiche Varianten hinsichtlich Art und Anzahl der an den Autoklaven angebrachten Sonden an, doch die Standard-LSPT-Sonde von Astell ist ein PT100 mit 5–6 mm Durchmesser und einem robusten, gepanzerten Kabel – perfekt für das geschäftige Labor.

Archivband mit Artikeln von Astell in einer Laborumgebung

Erfahren Sie mehr mit den Astell-Artikeln

Mit über 140 Jahren Erfahrung in der Herstellung von Autoklaven kennt sich Astell bestens mit der Dampfsterilisation aus. Entdecken Sie Experteneinblicke, Anleitungen und technisches Wissen im Astell-Artikelarchiv.

Zum Artikelarchiv